Kommunikation im Transformationsprozess (2): Kommunikationsmaßnahmen und ihre Zielsetzung

Frank Hochhuth

Frank Hochhuth

15. April 2022

Kommunikation ist besonders in Transformationsprozessen wichtig, da durch Information und Transparenz Vertrauen gebildet und Unsicherheit reduziert werden kann. Die Möglichkeiten und Methoden sind vielfältig – welche Kommunikationsmaßnahmen sind wofür geeignet? Diese Frage beantwortet Oliver Foitzik im zweiten Teil des Interviews zum Thema Kommunikation im Transformationsprozess.

Hinweis der TCI-Redaktion: Lesen Sie auch Teil 1 des Interviews mit Oliver Foitzik Kommunikation im Transformationsprozess (1): Vertrauen bilden und fördern

Welche Kommunikationsmaßnahmen eignen sich?

Katja Heumader: Welche Kommunikationsmaßnahmen werden in Transformationsprozessen häufig eingesetzt?

Oliver Foitzik: Erst einmal müssen wir systematisch unterscheiden, ob die Kommunikation

  • in Präsenz oder virtuell stattfindet
  • sie medial vermittelt oder persönlich stattfindet

Je nachdem, welche Zielsetzung verfolgt wird, müssen die entsprechenden Kommunikationsmaßnahmen gewählt werden. Mit der Digitalisierung sind die Kommunikationsmöglichkeiten noch einmal stark angewachsen, was die Auswahl nicht unbedingt erleichtert. Man muss sorgfältig evaluieren, was wofür geeignet ist um die bestmögliche Wirkung zu erzielen.

KHE: Ihrer Erfahrung nach: Wann ist es besser persönlich zu kommunizieren, wann sollte oder kann man sich für virtuelle beziehungsweise mediale Kommunikationsmaßnahmen entscheiden?

OFO: Wie gesagt: Man muss überlegen, welches Ziel man erreichen möchte. Geht es darum, möglichst viele Mitarbeiter zu informieren, dann ist mediale Kommunikation durch Printprodukte, Videos oder interaktive Tools meist eine gute Wahl. Hier eignen sich zum Beispiel Beiträge im internen Unternehmensmagazin über das Projekt, Poster und Plakate in den Büroflurs, auf denen die Kernbotschaften zu sehen sind oder eine „Transformationsbibel“ mit den zentralen Rahmenpunkten des Projektes und den großen Meilensteinen.

Wenn das Ziel dagegen darin besteht, die Stimmung der Mitarbeiter einzufangen, eignen sich zum Beispiel informelle Gespräche. Durch den persönlichen Kontakt können Führungskräfte informieren, Unsicherheit abbauen und Vertrauen gewinnen. Solche Gespräche schaffen ein Vertrauensklima, das die Basis für einen Transformationsprozess bilden kann. Auf einer quantitativen Ebene können mit einem Stimmungsbarometer regelmäßig Positionen abgefragt werden und über Feedbackrunden Ideen gesammelt werden, die dann in die weitere Gestaltung des Prozessen einfließen können.

„Unternehmen erleben bei der Kommunikation einen teilweisen Kontrollverlust“

KHE: Inwieweit können Unternehmen die Wahrnehmung ihres Unternehmens durch Kommunikation überhaupt steuern?

OFO: Sie sprechen einen wichtigen Punkt an. Denn tatsächlich haben Unternehmen heute nicht mehr die Deutungshoheit, was ihre Wahrnehmung anbelangt. Hier haben wir es mit einem teilweisen Kontrollverlust zu tun. Dank Social Media werden beispielsweise Beschwerden und Reklamationen sofort öffentlich für eine breite Masse sichtbar – wohingegen das früher über eine Hotline abgewickelt wurde, zu der keiner Zugang hatte.

Unternehmen können also nicht so leicht Informationen verbreiten, die sie „gut dastehen“ lassen, auch wenn das vielleicht gar nicht der Realität entspricht. Ein positives Image entsteht stattdessen über authentische Äußerungen seitens der Mitarbeiter und Kunden, unter anderem in den sozialen Medien, aber auch in Sternebewertungen und ähnlichem.

KHE: Wie schaffen es Unternehmen also, ein positives Image zu generieren?

OFO: Jedenfalls nicht, indem sie tolle Hochglanzbroschüren mit Sprüchen drucken, die nicht stimmen. Sondern, indem sie Werte und Visionen teilen und wirklich leben, indem sie kundenfreundlich agieren und das in der Öffentlichkeit. Das verbreitet sich dann über Internet und Social Media von selbst – und ist die beste Werbung, weil sie authentisch ist.

Entscheidend ist die Kontingenz der Unternehmenskommunikation. Sie muss auf den gleichen Werten basieren, egal ob sie sich an die Mitarbeiter, die Kunden, die Geschäftspartner oder die Lieferanten bezieht. Das erhöht Vertrauen, Akzeptanz und damit auch den Geschäftserfolg.

Das Interview mit Oliver Foitzik führte Dr. Katja Heumader für die TCI-Redaktion.

Quelle Coverbild: © insta_photos | Adobe Stock

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